20. September 2021

Bahnweb.ch

Schweizer Eisenbahn

Die FW in der Zeit des ersten Weltkrieg

Betriebseröfnung Frauenfeld Wil Bahn
Heinz Bircher, FW G 3-3 2, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Mit dem Ausbruch des ersten Weltkriegs führte die Frauenfeld Wil Bahn Extrazüge für die einrückenden Truppen in Frauenfeld, da das übrige Verkehrsaufkommen gleich hoch war mussten alle fünf Dampflokomotiven im Eingesetzt werden, dies war der Höhepunkt der kleinen schmalspurigen  Dampfbetriebenen Strassenbahn.

Trotz guten Verkehrszahlen musste der Fahrplan reduziert werden, so wurde der reine Güterzug aus dem Fahrplan gestrichen und die Güter wieder mit den Personenzüge befördert. Den gleichen Verkehr mit reduziertem Fahrplan durchzuführen hatte negative Auswirkungen auf das Rollmaterial.

Dampflok FW
Denkmal Lok der FW

 

Der Fahrplan wird noch dünner

Anfänglich waren die Auswirkungen auf dem Fahrplan gar nicht so gross, es wurde lediglich der Güterzug aus dem Fahrplan gestrichen. Mit der andauernden Teuerung mussten weitere Sparmaßnahmen verfügt werden so verkehrten 1917 nur noch 6 Zugpaare. Die wirtschaftliche Situation wurde immer schlechter so das anfangs 1918 der Fahrplan noch weiter ausgedünnt werden musste so Verkehrten an Werktagen noch 5 Zugpaare und Sonntags 4 Zugpaare.

Leider wurde es noch schlimmer so das dieser dürftige Fahrplan noch weiter reduziert werden musste. Ab Dezember 1918 wurde der Fahrplan auf 4 Zugpaare an Werktagen und am Sonntag verkehrte nur noch der Milchzug. Ab Ostern 1919 wurde wieder einen Sonntagsfahrplan angeboten.

 

FW Pfeift aus dem letzten Loch

Die wirtschaftlichen Aussichten für die Frauenfeld Wil Bahn wurden mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges, trotz anfänglich guten Beförderungszahlen immer Kritischer. Um Kosten zu senken wurden die Gehälter des Personals um 30% gekürzt, diese Maßnahme musste 1915 wieder rückgängig gemacht werden, da das Personal mit so kleinen Löhnen mit in dieser Zeit sehr starken Teuerung nicht überleben konnte.

Die Kohlepreise sind während dem ersten Weltkrieg sehr Stark gestiegen von 38 Franken auf 240 Franken je Tonne, das hatte der Direktion ein arges Loch in die Kasse gerissen. Um den Bahnbetrieb überhaupt noch einwenig am laufen zu halten musste der Kanton mit einer Summe von 50’000 Franken unter die Arme greifen.

Der Technische Zustand der bahn wurde immer schlechter, neben den fehlenden Finanzmittel und Materialmangel konnte die Bahn nur begrenz unterhaltsarbeitend durchführen.

Bildquellen

  • Dampflokomotive Frauenfeld Wil Bahn: wikimedia.org
  • Dampflok FW: © Felix Meier