20. September 2021

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Schweizer Eisenbahn

Wilerbähnli unter Strom

 

FW unter ström
Foto: Peter Sutter, Archiv Tramclub Basel

Die Frauenfeld Wil Bahn konnte den elektrischen Betrieb am 19. November 1921 bis auf die Stadtstrecke aufnehmen. Das Wilerbähnli wie es liebevoll in Frauenfeld genant wird verkehrt nun schon über 90Jahre elektrisch. Fast niemand kann sich erinnern wie die kleine Dampfstrassenbahn durchs Murgtal Dampfte.

Am Tag nach der Einweihungsfeier des elektrischen Betrieb nahm die Frauenfeld Wil Bahn den Fahrplanmässigen Betrieb auf. Der erste “elektrische” Fahrplan umfasste 11 Zugpaare Täglich.

mehr als nur ein Draht aufhängen

Mit der Aufnahme des elektrischen Betrieb waren die Modernisierungsarbeiten bei weiten nicht abgeschlossen. Auch wenn nun über dem Gleis eine Fahrleitung hängt und den Anschein erweckt die Modernisierung sei abgeschlossen täuscht sich. Es waren noch manche arbeiten zu erfüllen, den die Personen- und Güterwagen waren in keinen guten zustand und mussten Komplett revidiert werden. Bei den Personenwagen musste neben der Kupplung auch die Beleuchtung und die Heizung angepasst werden. Nicht nur in die veralteten Fahrzeuge wurde investiert, auch das Streckengleis wurde erneuert.

Die 20er Jahre

Mit der Modernisierung der Bahn konnten die Betriebskosten gesenkt werden was zu positiven Rechnungsabschlüssen führte. Die Konkurrenz auf der Strasse machte sich schon langsam bemerkbar so das die FW ein Mann Züge einführte um die Kosten bei schlecht ausgelasteten Zügen zu senken.

Nach der Elektrifizierung wollte man den Güterverkehr rationeller  mittels Rollschemel abwickeln, die Fahrleitungsmasten wurden so gesetzt das ohne weiter Umbauten der Strecke den Betrieb aufnehmen könnten. Leider klappte die Finanzierung nicht, so blieb es bis in die 70er Jahre das alle Güter in Schmalspur Güterwagen umgeladen werden müssen.

Anschlussgleis zur Mühle

Anfang der 30er Jahre wurde das längste Anschlussgleis der Frauenfeld Wil Bahn zur Mühle Matzingen erstellt. Dieses Anschlussgleis war nicht elektrifiziert da das Gleis direkt beim Transformatorenhaus vorbei führte. Die Güterwagen wurden von der Umlade Stadtion in Matzingen mittels einem Traktor zur Mühle befördert.

Die Züge wurden danken den Halt auf Verlangen Lichtsignale beschleunigt, auch wurde die Abtrennung zu Strasse begonnen.

Der zweite Weltkrieg

Mit dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs ging die Strassenkonkurrenz massiv zurück und die Bahn florierte regelrecht. 1943 beförderte das Wilerbähnli mehr als eine Halbemilion Fahrgäste, was sich natürlich auch bei den Einnahmen positiv auswirkte.

Dank den besseren Erträgen konnte die Frauenfeld Wil Bahn in neues Rollmaterial investieren. 1941 wurden zwei vierachsige Personenwagen bei der Schweizerischen Industrie Gesellschaft in Neuhausen beschafft werden.  Die Zahl der beförderten Personen stieg weiter an, so das die FW 1945 zwei weitere Personenwagen bei der SIG bestellte, diese wurden 1946 in Betrieb genommen.

1946 konnte das Wilerbähnli 25 Jahre elektrischen betrieb Feiern, zu diesem Anlas wurde die einzige noch verbliebene Dampflok der FW aus der Remise in Wil geholt. Sie war zwar nicht mehr betriebsfähig aber etwas rauch konnte sie noch herstellen.

Bildquellen

  • Frauenfeld Wil Bahn Frauenfeld Stadt: Peter Sutter, Archiv Tramclub Basel

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