20. September 2021

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Schweizer Eisenbahn

Die Frauenfeld Wil Bahn erneut sich

Güterzug Frauenfeld wil bahn
Foto: Peter Sutter, Archiv Tramclub Basel

Es ist geschafft das die Frauenfeld Wil Bahn weiterfahren kann, sicherlich konnte sich die Bahn nur mit sehr viel Glück auf den Schienen halten, wenn nicht die Ölkrise gewesen wäre hätte wohl die Bahn im Murgtal ihren Betrieb auf Bus umgestellt.

Und ich hätte die Bahn nie kennenlernen dürfen, es wären höchstens ein paar Schienen die im Strassenbereich mit Asphalt verdeckt  gewesen wären anzutreffen gewesen. Wer weis ich hätte mich wohl nicht den Eisenbahnvirus geholt diesen Hartnäckigen Virus den man das lebenslang in sich trägt 😉

Kindheitserinnerungen an die Frauenfeld Wil Bahn

Mit nur neuem Rollmaterial ist es nicht getan

Die Frauenfeld Wil Bahn zu erneuern hiess mehr als einfach nur neue Fahrzeuge zu beschaffen, es musste auch kräftig in die Infrastruktur investiert werden, Sicherungsanlagen waren bei der Wildbahn eher eine Mangelerscheinung den sie verfügte nur ein paar Blinklichtanlagen bei Strassenübergängen. Die Stromversorgung der Bahn die durch das Kantonale Elektrizitätswerk des Kantons Thurgau betrieben wurde, war auch etwas unterdimensioniert und musste auch ansprechend ausgebaut werden.

An neues Rollmaterial konnte man erst Denken anzuschaffen als die wichtigsten Erneuerungen an der Bahninfrastruktur gemacht wurden. Neben neuen Fahrzeugen musste auch ein neues Depot errichtet werden, den die Werkstatt in Frauenfeld Stadt war schon seit Jahrzehnten in beengten Verhältnisses untergebracht.

Rahmenkredite für die Bahn von Bund und Kantone

alt und neu Rollbockanlage
Foto: Peter Sutter, Archiv Tramclub Basel

Es war klar das die kleine Frauenfeld Wil Bahn das Geld für die Erneuerungen nicht selbst aufbringen konnte. Die FW schloss für die Erneuerung der Bahn drei Vereinbarungen ab.

1. Vereinbarung 1975 (1.1 Millionen Franken)

  • Einführung Rollbockbetrieb, für die Beförderung Normalspurigen Güterwagen
  • Anpassung Triebwagen von 1921, so das die Triebwagen Rollbockzüge befördern können
  • Ersatz von Brücken
  • Ersatz von ein paar alten Weichen
  • Beschaffung eines Zweiwegfahrzeug

2. Vereinbarung 1978 (2.7 Millionen Franken)

  • Verlegung Stadtion Matzingen
  • Streckenblock mit Zugsicherung
  • Zugfunk
  • Billetautomaten

3. Vereinbarung Anfang der 80er Jahren (23 Millionen Franken)

  • Neues Rollmaterial
  • Ersatz der Stromversorgung
  • Neubau Depot
  • Erneuerung Gleisanlagen in Wil und Frauenfeld Stadt

Die FW verändert sich

Mit der Hilfe der Öffentlichenhand konnte die Frauenfeld Wil Bahn massiv in ihre Strecke investieren. In Wängi wurde 1977 das Kreuzungsgleis an den Dorfrand verlegt. In Münchwilen konnte 1978 eine neue Haltestelle beim Pflegeheim eröffnet werden, die 1987 zur Kreuzungsstation ausgebaut wurde.

In Matzingen (1980) und Murkart (1982/83) wurden die Stationen etwas verschoben und Teilweise neu gebaut. Aber auch Rosental benahm eine Modernisierung der Stadtion.

Sicherlich die Grösste Veränderung erfuhr die Endstation Wil, es wurden komplett neue Publikumsanlagen angelegt und ein Modernes Depot errichtet, das sogar einen Normalspurgleis aufweist.

Am Augenfälligen für die Passagiere waren die neu Beschaffen Triebwagen die bei der Flug und Fahrzeugwerken Altenrhein(FFA) und bei BBC bestellt wurden, die änderten das Erscheinungsbild der FW nachhaltig.

Der Güterverkehr wird leistungsfähiger

Mit der Einführung des Rollbockbetrieb konnte die Frauenfeld Wil Bahn den Güterverkehr rationeller abwickeln. So mussten ab diesem Zeitpunkt nicht die Ganze Ladung die mit  Normalspurigen Güterwagen in Wil ankamen, in Schmalspurige Wagen umgeladen werden, was enorm an Personal Kosten einsparte. Die Schmalspurigen Güterwagen wurden noch nicht ganz abgelöst, für den Stückgut Verkehr wurden sie bis Mitte der 80 er Jahre noch benötigt, bis der Stückgut Transport auf die strasse verlagert wurde.

Bildquellen

  • Frauenfeld Wil Bahn Bilder Copyright (C) Tramclub Basel – FW-103-125: Peter Sutter, Archiv Tramclub Basel