20. September 2021

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Schweizer Eisenbahn

Dampfbetrieb der FW

Betriebseröfnung Frauenfeld Wil Bahn
Heinz Bircher (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:FW_G_3-3_2.png), „FW G 3-3 2“, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons: https://commons.wikimedia.org/wiki/Template:PD-Switzerland-photo

Die kleine schmalspurige Dampfstrassenbahn Frauenfeld Wil, hat ihren Betrieb am 1. September 1887 aufgenommen. Man merkte bereits nach kurzer Zeit nach aufnähme des Dampfbetrieb das die Eingebauten Schienen mit einem Metergewicht von lediglich 16kg zu schwach sind. Deshalb wurde in den Kurven schwerere Schienen mit dem Metergewicht von 23.6kg eingebaut. Die Ausgebauten Schienen wurden für Stadtions ausbauten wiederverwendet.

Die bescheidenen Anlagen mussten Ausgebaut werden

Da die Väter der Frauenfeld Wil Bahn auf die kosten schauten und deshalb eine sehr schlanke Infrastruktur Bauten mussten doch einige Ergänzungen gemacht werden, so wurde z.B: 1890 in Matzingen ein Kreuzungsgleis gebaut. Nach und nach wurden Anschlussgeleise zu Fabriken erstellt, so nahm natürlich der Güterverkehr auch weiter zu.

Auch ein zu kleiner Rollmaterialpark

Auch das Rollmaterial war äußerst bescheiden bei der Betriebseröffnung, so das bereits nach zwei Jahren weiter Güterwagen beschafft werden müssten. Für den Reisezugverkehr wurden 1890 zwei Personenwagen in Betrieb genommen werden.

Um die neu Anschaffungen auch ausfahren zu können 😉 musste natürlich noch ein zusätzliches Triebfahrzeug beschafft werden. Die Wahl viel auf eine weitgehend gleichgebaute Dampflokomotive, wie die bereits im Betriebs stehenden G 3/3 Loks der FW. Diese vierte Lokomotive der Frauenfeld Wil Bahn mit dem Namen Hörnli wurde wiederum  in der Schweizerischen Lokomotiv und Maschinenfabrik Winterthur (SLM) gebaut.

Die 1890 gelieferte Dampflokomotive wurde unverzüglich im Fahrplanmässigen Betrieb eingesetzt. Diese neue Lok hat doch ein paar Technische Verbesserungen wie die drei Jahre älteren Geschwister. So hatte die Lok bereits ab Werk die Einrichtung für Dampfheizung eingebaut, bis anhin mussten in den Personenwagen Öfen angeheizt werden um im Winter ein angenehmes Raumklima für die Reisenden bieten zu können. Das bestehende Rollmaterial wurde bis zum kommendem Winter auch mit Dampfheizung ausgestattet.

Weitere Ergänzungen im Fahrzeugpark machte die Wilerbahn erst wieder in den Jahren zwischen 1903 und 1912 dort beschaffte die Strassenbahn einige offene und gedeckte Güterwagen.

Alles was Räder hatte war unterwegs

Die Frauenfeld Wil Bahn musste während der Zeit des Dampfbetrieb mehr als einmal alles was Räder hatte auf die Strecke schicken um die Menschenmassen transportieren zu können.

Das Schützenfest von 1890

1890 fand in Frauenfeld das Eidgenössische Schützenfest statt, ohne die vorher getätigten Ausbauten in die Stationsanlagen und in den Fahrzeugpark hätte die Bahn den Grossanlass gar nicht bewältigen können. Die kleine Strassenbahn kam auch mit diesen Ausbauten und dem immer noch sehr bescheidenem Rollmaterialpark an ihre Grenzen. Für das Schützenfest war lediglich ein paar zusätzliche Festzüge zum bestehendem Fahrplanangebot geplant. Die Betriebsleitung der Frauenfeld Wil Bahn sah am ersten Tag des Festes das Sie den Ansturm in keinsterweise imt diesem bescheidenem Fahrplan gewachsen sind. So wurde der Publizierte Fahrplan kurzfristig ausser kraft gesetzt und durch ein Spezialfahrplan während der restrauer des Eidgenössischen Schützenfest ersetzt.

Der Spezialfahrplan der Frauenfeld Wil bahn von 1890 sah einen Stunden Takt vor. Der erste Zug verlies Frauenfeld Stadt um 5:30 Uhr am Morgen und erreichte nach 60 Minuten Wil. Die Zugkreuzungen wurden jeweils zur vollen Stunde in Wängi abgehalten. Für diesen sehr dichtend Fahrplan der Abend bis um 22:30Uhr dauerte, mussten vier Zugskompositionen im Betrieb stehen. Auf dem Abschnitt vom NOB Bahnhof in Frauenfeld zum Stadtbahnhof verkehrten keine Reisezüge in dieser Zeit. Für diesen Anlas lieh die FW,  Mitarbeiter bei der Appenzellerbahn und der Rhätischen Bahn aus.

kleinere und grössere Veranstaltungen

In der Zeit des Dampfbetriebes gar es noch ein paar kleinere und grössere Veranstaltungen an der Strecke der Frauenfeld Wil Bahn, aber erst 1903 mit der Schweizerischen Landwirtschaftlichen Ausstellung in Frauenfeld war es wieder ein Nationaler Anlass wo es sehr grossen verkehr brachte.

  • 1893 Kantonale Gewerbeausstellung, Frauenfeld
  • 1897 Kantonales Schützenfest, Frauenfeld
  • 1897 Gesangsfest, Wängi
  • 1903 Schweizerische Landwirtschaftliche Ausstellung, Frauenfeld

Während der zwei Woche dauernde Schweizerische Landwirtschaftliche Ausstellung fertigte die Frauenfeld Wil Bahn Täglich bis zu 20 Züge ab. In der Zeit beförderte die Wilerbahn 36’000 Personen mehr als gewohnt, deshalb musste für die Personenbeförderung auch die Güterwagen hinzugezogen werden.

Der Dampfbetrieb läuft rund

Um den Güterverkehr rationeller abwickeln zu können, baute die Frauenfeld Wil Bahn  Anschlussgleise zu angrenzenden Betrieben

  • 1890 Weberei Matzingen (früher war es mal eine Spinnerei)
  • 1902 Maismühle Rosental

Die Maismühle war zeitweise der beste Güterkunde der Frauenfeld Wil Bahn. Das Volumen im Güterverkehr wurde immer grösser, so das ein reiner Güterzug eingeführt wurde und durch das konnten die Personenzüge etwas beschleunigt werden. Durch weitere Fahrplan ausbauten benötige die FW ein weiteres Triebfahrzeug, Sie beschaffte von der Brisigtalbahn BTB (heute BLT) der Dampflokomotive Landskorn und setzte sie als FW Nr. 5 ein.

Mit der Eröffnung der Mittelthurgaubahn musste die Frauenfeld Wil Bahn ihre einfahrt nach Wil verlegen, dadurch verlängerte sich die Strecke um 71 Meter, was je nach Destination höhere Billettpreise eine Preiserhöhung führte.

Die Ergebnisse der Frauenfeld Wil Bahn wurden nach der Eröffnung der Normalspurigen Mittelthurgaubahn schlechter, die ein Teil des Güterverkehr der FW streitig machte. Ab 1913 wurde die Betriebsrechnung noch schlechter, dies blieb bis die Bahn auf elektrischen Betrieb umstellte.

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