20. September 2021

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Schweizer Eisenbahn

Bahnbau einer Schmalspurbahn

Bau einer Schmalspurigen Strassenbahn Frauenfeld Wil

Gleis
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Es geht langsam voran an den Bahnbau konnte man noch nicht Denken, das Komitee konnte 1882 einen Vertrag mit dem Kanton Thurgau über die Mitbenutzung der Landstrasse abgeschlossen werden. Die zu bauende Strassenbahn konnte mit Dampf, Luft oder Elektrisch betrieben werden. Das war sehr aussergewönlich, den die elektrische Traktion war zur dieser Zeit noch in den Kinderschuhen, 1879 also drei Jahre vor Vertragsabschluss zeigte Werner von Siemens an der Berliner Gewerbeausstellung eine zweiachsige Elektolokomotive, sie verkehrte auf einem 300 Meter langen Rundkurs

Die Eidgenössische Konzession

Im Juni 1884 wurde die Eidgenössische Konzession für eine Strassenbahn Frauenfeld Wil mit der Auflage das die Bahn bis zum 1. September 1885 erstellt sein muss erteilt worden. In so einer kurzenfrist eine Bahngesellschaft zu Gründen und deren Strecke noch zu bauen, war äußerst ambitiös. Darum ist es nicht verwunderlich weshalb das Komitee zweimal um Fristverlängerung bei den Bundesbehörden ersucht hat.

 

Die Strassenbahn Frauenfeld Wil wird gegründet

Die Benötigten Finanzmittel aufzutreiben war nicht ganz einfach. Der Grosse Rat des Kanton Thurgau genehmigte 1884 eine Beteiligung von 45’000 Franken. Dieses Geld reichte bei weitem nicht eine Strassenbahn von Frauenfeld nach Wil zu bauen.

Das Benötigte Kapital für die Strassenbahn Frauenfeld Wil sollte aus je einem drittel Aktien ersten und zweiten Rang sowie Obligationen bestehen. Die Aktien zweiten Rang wurde mehrheitlich von den Kantonen Thurgau und St. Gallen sowie durch Städten und Gemeinden an der Strecke gezeichnet. Für das Restliche Kapital wurde frei zur Zeichnung freigegeben.

Die Kapitalzeichnung begann im Mai 1886, die Papiere der Strassenbahn Frauenfeld Wil waren auf dem Kapitalmarkt nicht besonders gefragt, nur Aktien zweiten Rangs wurden im gewünschten Ausmass gezeichnet. Das fehlende Kapital für die Bahn wurde durch die Baufirma Pümpin & Herzog und die Schweizerische Lokomotiv und Maschinenfabrik (SLM) in Winterthur aufgebracht.

Am 24. November 1886 konnte die erste Generalversammlung der Strassenbahn Frauenfeld Wil im “Falken” in Frauenfeld abgehalten werden.

 

Überarbeitung des Projektes

Das Projekt Ehrensberger wurde nochmals überarbeitet, die Kosten wurden wesentlich höher veranschlagt darum wurden noch ein paar Abstrichen an der Bahn gemacht so das die Kosten auf 600’000 Franken gedrückt werden konnte. Die Trassenführung wurde nochmals angepasst so das die Hautstrasse nur einmal in Wängi, wie wir es heute kennen gekreuzt werden muss.

 

Mit dem Bahnbau kann es los gehen

Pupin & Herzog und die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) in Winterthur waren die “Generalunternehmer” sie mussten die Bahn bis zum 31. August 1887 fertig gestellt haben. Die Bauunternehmung Pupin & Herzog verpflichtete sich das ganze Trasse inklusive Hochbauten und Telefoneinrichtung für den Preis von 425’000 Franken zu erstellen. Die SLM war beauftragt das Rollmaterial für die Strassenbahn Frauenfeld Wil zum Preis von 125’000 Franken zu beschaffen.

Für Mobiliar und Landerwerb waren 50’000 Franken vorgesehen. Der Landerwerb machte keinerlei Probleme, diverse Grundstücke wurde der Bahngesellschaft kostenlos zur verfügung gestellt.

Mitte April 1887 wurde mit dem Bahnbau begonnen. Auf eine Baubahn konnte verzichtet werden, da bereits nach kurzer Zeit nach Baubeginn die erste Dampflok und ein paar Wagen in Frauenfeld eingetroffen sind. Da die Frauenfelder Stadtstrecke noch nicht gebaut war, musste das eingetroffene Rollmaterial mittels Fuhrwerken vom Bahnhof der Nordostbahn zum Marktplatz gebracht werden.

Der Bahnbau ging sehr zügig über die Bühne, bereits ende Juli konnte man die Gesamtstrecke befahren. Im Durchschnittlich wurden 200 Meter Geleise verlegt in nur viereinhalb Monaten waren die knapp 18 Kilometer lange Strecke fertig.

Am 23. August 1887 war die Amtliche Abnahme der Bahnstrecke und bereits am 1. September 1887 konnte die Strassenbahn den Betrieb offiziell aufnehmen. Die arg ramponierte Landstrasse musste die Bauunternehmung wieder instand setzten, dies zog sich bis ins Jahr 1888 hinein.

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